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Zonta Cologne Art Award für Saskia Niehaus

Saskia Niehaus hat den mit 3.000 Euro dotierten Zonta Cologne Art Award (ZCAA) erhalten. Die Jury zeigte sich von der Symbiose der Medien Plastik, Zeichnung und Malerei in ihrem Schaffen beeindruckt. In ihren Werken widmet sich die Künstlerin gleichermaßen Mensch und Tier, teilweise verschmelzen auch beide Gattungen zu einem hybriden Wesen. Mit Materialien wie Papierpulp, Seidenpapier, Draht, pflanzlichen Elementen, Knochenstücken, Ton sowie Wachs erschafft die Kölnerin filigrane dreidimensionale Skulpturen. Die gekonnt gesetzten, subtilen Farbakzente sowie die dynamische Pinselführung verleihen ihren Arbeiten zugleich einen verletzlichen wie kraftvollen Charakter. So zeugen der gebogene Hals und die angewinkelten Vorderbeine des Hippokampen von dessen energiegeladener Bewegung, gleichzeitig wirkt die Skulptur aus Draht und Papier so leicht, als ob schon der kleinste Windstoß das Gebilde von seinem Sockel wehen könnte. Das Werk ist aktuell in der Schau „Salto Vitale“ zu sehen, die anlässlich der Auszeichnung die Fuhrwerkswaage in Köln-Sürth bespielt.



1968 in Essen geboren, studierte Saskia Niehaus freie Kunst an der Kunstakademie Münster bei Ludmilla von Arseniew und Timm Ulrichs. Ihre Arbeiten finden sich sowohl in privaten als auch öffentlichen Sammlungen, darunter der des Museums Ludwig und des Diözesanmuseums Kolumba in Köln, der Collezione Claudia Gian Ferrari in Mailand und der David Ramsey Collection in New York. Die Künstlerin lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Köln.

Die beiden Kölner Zonta Clubs zeichnen mit ihrem Kunstpreis seit 2012 alle zwei Jahre eine in der Rheinregion arbeitende Künstlerin aus, um der immer noch vorherrschenden Unterbezahlung und Unterrepräsentanz von Frauen in der Kunstszene entgegenzuwirken. Der Preis wird altersunabhängig vergeben und ist insgesamt mit 10.000 Euro dotiert. Neben dem Preisgeld von 3.000 Euro deckt die Summe die Finanzierung eines Katalogs ab. Die mit der Auszeichnung verbundene Einzelausstellung der Preisträgerin findet seit der Gründung in der Fuhrwerkswaage statt und wird von Nazgol Majlessi kuratiert. In den vergangenen Jahren erhielten unter anderem Echo Ho, Rune Mields und Melike Kara den ZCAA.

Die Ausstellung „Saskia Niehaus: Salto vitale“ läuft bis zum 16. Oktober. Die Fuhrwerkswaage ist freitags von 16 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Zur Schau erscheint eine Publikation.

Fuhrwerkswaage Kunstraum e.V.
Bergstraße 79
D-50999 Köln-Sürth
Telefon: +49 (0)221 – 88 88 56 66


05.10.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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Ülkü Süngün, aus der Serie „Transitional Objects“, 2011/12

Ülkü Süngün, aus der Serie „Transitional Objects“, 2011/12

Sparda-Kunstpreis in Stuttgart

Das Kunstmuseum Stuttgart stellt aktuell die diesjährigen Nominierten des Sparda-Kunstpreises „Kubus“ vor. In der fünften Ausgabe des Preises, die sich bildhauerischen Fragestellungen widmet, sind Ulla von Brandenburg, Camill Leberer und Ülkü Süngün mit von der Partie. Ziel ihrer Installationen und performativen Inszenierungen ist es, den Raum und die Raumerfahrung der Betrachtenden zu verändern. Am 4. November wird dann bekanntgegeben, welcher der drei Kunstschaffenden den mit 20.000 Euro dotierten Preis erhält. Neben dem „Kubus“ hat die Sparda-Bank einen Publikumspreis in Höhe von 5.000 Euro ausgelobt, für den die Besucher*innen bis zum Ende der Ausstellung am 8. Januar abstimmen können.



Die Karlsruher Künstlerin Ulla von Brandenburg, geboren 1974, erzeugt mittels Farben, raumhohen Stoffbahnen, plastischen Objekten, Videos und Performances bühnenhafte Szenerien. So rufen bei der Arbeit „Personne ne peint le milieu“ von 2019 Videos, die auf Stoffe projiziert werden, Unterwasseraufnahmen ins Gedächtnis, in denen Gegenstände langsam in die blauen Tiefen zu sinken scheinen. „Color Notation“ rückt statt der eigentlichen Ausstellungsstücke, deren verlassenen Plätze in den Fokus. Rechteckige Silhouetten auf den Stoffen erinnern an Schatten längst abgehängter Gemälde, wie beiläufig stehen Aquarelle am Boden. Ulla von Brandenburg studierte Szenografe und Medienkunst an der Staatlichen Hochschule Karlsruhe sowie Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg.

Das Zusammenspiel verschiedener Materialien charakterisiert das Schaffen Camill Leberers. 1953 in Kenzingen geboren, studierte Leberer Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Die Schau stellt Großplastiken wie „Lichtung“ von 2009 oder „Nachbild – Lichtfaden“ von 2021 aus Stahl und Glas vor, die als Architekturelemente gelesen werden können und den Besucher im Ausstellungsraum konfrontieren. „Glashaut 2“ spielt wiederum auf die semipermeable Eigenschaft der menschlichen Haut an, indem natürliches Licht sich in dem farbigen Glas bricht und gleichzeitig künstliches Licht aus dem Inneren des Glaskörpers nach außen dringt. Die Fotografien Leberers thematisieren ebenfalls die Grenze zwischen Innen und Außen.

Die aus Istanbul stammende Künstlerin Ülkü Süngün gründete 2017 das „Institut für künstlerische Migrationsforschung“. In ihren Performances, Installationen und Fotografien widmet sie sich Erfahrungen von Flucht und Identität. In ihrem seit 2018 laufenden Performanceprojekt „Takdir“ lädt Süngün die Besucher*innen ein, mit ihr die korrekte Aussprache der Namen der NSU-Mordopfer zu lernen, um der Anschlagsserie zu gedenken. Der fiktive Fotoroman „Lauter Steine“ und die Installation „Lacrimarium Europae“ behandeln die Schwierigkeiten des deutschen Asylverfahrens, während ihre Fotoserie „Transitional Objects“ von 2011/12 Alltagsgegenstände der türkischen Kultur vorstellt. Ülkü Süngün absolvierte im Anschluss an ein Studium der Verfahrenstechnik und die Tätigkeit als Ingenieurin ein Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

Der „Kubus“-Kunstpreis wurde 2013 gemeinsam von der Sparda-Bank Baden-Württemberg und dem Kunstmuseum Stuttgart ins Leben gerufen und steht seit 2015 unter einem übergeordneten Themenschwerpunkt. Die Auszeichnung wird altersunabhängig für eine herausragende künstlerische Leistung vergeben und richtet sich an Kunstschaffende mit einem biografischen Bezug zum Land Baden-Württemberg.

Die Ausstellung „Kubus. Sparda-Kunstpreis 2022“ ist bis zum 8. Januar zu sehen. Das Kunstmuseum Stuttgart hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, freitags bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 11 Euro, ermäßigt 8 Euro.

Kunstmuseum Stuttgart
Kleiner Schlossplatz 1
D-70173 Stuttgart
Telefon: +49 (0)711 – 216 196 00


05.10.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/Amanda Bischoff

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Lubaina Himid

Der Suzanne Deal Booth/Flag Art Foundation Prize 2024 geht an Lubaina Himid

Hochdotierter Kunstpreis für Lubaina Himid

Lubaina Himid erhält den Suzanne Deal Booth/Flag Art Foundation Prize 2024 Die 1954 in Sansibar geborene, heute in England lebende Künstlerin kann sich nun über ein Preisgeld von 200.000 US-Dollar freuen. Die Malerin besitze das Talent, so Sharon Maidenberg, Mitglied der achtköpfigen Jury, die Lebenswelt ihrer Protagonisten gleichzeitig zu vermenschlichen und zu erhöhen, was sie zu einer versierten Erzählerin mache. Ihre Fähigkeit, in mehreren Medien zu arbeiten, inklusive Malerei, Textilem und Skulptur, schaffe Raum für ihre fortlaufende Auseinandersetzung mit zeitlosen Themen in einer neuen und frischen Art. Neben dem Preisgeld wird Lubaina Himid im Frühjahr 2024 erstmals in den Räumen von „Contemporary Austin“ in Texas ihre Werke ausstellen, die dann im Herbst 2024 nach New York in die Flag Art Foundation ziehen und von einer Publikation begleitet werden.



Lubaina Himid lebt und arbeitet in Preston. Als erste schwarze Künstlerin wurde sie 2017 mit dem Turner Prize ausgezeichnet. Zentrales für ihr Schaffen sind die Wiedergabe des alltäglichen Lebens und darin zugleich das Enthüllen einer verstummten Geschichte von marginalisierten Personen. Sich selbst beschreibt Himid als Malerin und kulturelle Aktivistin. Die Künstlerin, die zuerst Bühnenbild studiert hat, ist bekannt dafür, Malerei mit sozialem Engagement die schwarze Community zu verweben. Der Einsatz von Textilien in ihrer Kunst geht auf ihre Autobiografie zurück: ihre Mutter war Textildesignerin. Zudem integriert Himid auch gefunden Objekte wie Teller, weggeworfene Möbel oder Zeitungen in ihre Arbeiten. Ihre Werke werden international ausgestellt, etwa in der Tate Modern und der Tate Britain in London, im Frans Hals Museum in Haarlem, im Badischen Kunstverein in Karlsruhe, im Wiels Contemporary Art Centre in Brüssel oder 2018 auf der Biennale in Berlin.

Suzanne Deal Booth, Kuratoriumsmitglied von „Contemporary Austin“, initiierte 2016 mit dem Museum den mit 100.000 US-Dollar dotierten Suzanne Deal Booth Art Prize. Zwei Jahre später schloss sich die 2008 von den Sammlern Glenn und Amanda Fuhrman gegründete Flag Art Foundation dem Kunstpreis an, um die Dotierung auf das Doppelte anzuheben. Zuletzt ging die Ehrung 2020 an Nicole Eisenman. Der diesjährige Preisträger ist der Bildhauer und Soundkünstler Tarek Atoui.


04.10.2022

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffman

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