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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Die TEFAF bleibt das bedeutendste Schaufenster der Altmeister- und Antiquitätenszene der Welt. Trotz einiger siebenstelliger Verkäufe ist nach über zweijähriger coronabedingter Pause nicht alles wie zuvor

Treffpunkt einer globalen Sammlerschaft



Die TEFAF hat wieder in Präsenz stattgefunden und glänzte mit wertvollen Stücken

Die TEFAF hat wieder in Präsenz stattgefunden und glänzte mit wertvollen Stücken

Verkäufe sind das Salz in der Suppe einer jeden Messe – auch das der TEFAF im niederländischen Maastricht, die am Donnerstag nach einer kürzeren Laufzeit als gewohnt zu Ende gegangen ist. 242 Aussteller aus 20 Ländern präsentierten Kunst aus fünf Jahrtausenden. The European Fine Art Fair, so der vollständige Name der immer noch bedeutendsten Messe für alte Kunst, vermeldete jedenfalls gute Geschäfte. Der New Yorker Kunsthändler Nicholas Hall veräußerte eine anmutige „Madonna mit Kind“ des Venezianers Vittore Carpaccio für einen Betrag zwischen 10 und 15 Millionen US-Dollar. Das Tafelgemälde des späten 15. Jahrhunderts erwarb ein amerikanischer Privatsammler. Aber auch für die Klassische Modernen scheint Maastricht eine wichtige Drehscheibe zu sein. Die Düsseldorfer Galerie Ludorff konnte Emil Noldes „Huldigung“ in neue Hände geben. Das Gemälde von 1947 war ein Geschenk Noldes an seine zweite Frau Jolanthe Nolde, die es bis zu ihrem Tod im Jahr 2010 in Ehren gehalten hat. Nach ihrem Ableben hatte die Familie das Werk von 2014 bis 2020 als Dauerleihgabe an das Brücke Museum in Berlin übergeben. Nun kostete es 1,4 Millionen Euro.


Der Kunsthandel Steinitz, neben der Galerie Kugel einer der führenden Pariser Kunstkammer- und Antiquitätenspezialisten, verkaufte für mehr als 3 Millionen Euro einen Satz Renaissance-Terrakotta-Rondells mit stark plastisch in den Raum hineinragenden Büsten römischer Kaiser, die dem italienischen Bildhauer und Medailleur Andrea Briosco, genannt Il Riccio, zugeschrieben sind. Doch die Bilanz sah nicht bei allen prächtig aus. Bei einigen Antiquitätenhändlern hoffte man auf einen Schub zum Ende der Verkaufsschau hin. Einen Dämpfer erfuhren die letzten beiden Messetage zweifellos durch den brutalen Raubüberfall auf einen Juwelen-Stand am 28. Juni. Mit einem Vorschlaghammer, so zeigt es ein Video in den sozialen Medien, schlug ein Mann eine Vitrine ein, während seine Helfer mit Handfeuerwaffen auf andere Aussteller und Passanten zielten. Ein Schmuckstück soll geraubt worden ein. Davon und von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Das Gute: es wurde keiner verletzt. Aber ein mulmiges Gefühl über das laxe Sicherheitssystem bleibt.

Die zweijährige, pandemiebedingte Pause der TEFAF scheint nicht ganz spurlos an der Messe vorübergegangen zu sein. Die Umstrukturierung der weltweiten Messelandschaft zeitigte Folgen. Der zeitlich nur kurze Abstand zur Art Basel hat Maastricht wohl einige Aussteller im Bereich Contemporary gekostet, aber auch Kunden, die ihr Budget schon dort ausgegeben haben. Insgesamt waren es 40 Galerien weniger als sonst. Der durch Lockdown und Messestillstand verlangsamte Geld- und Warenfluss innerhalb des Kunsthandels war spürbar. Die Stände waren mitunter kleiner und strahlten nicht immer in der gewohnten Grandezza vorheriger Jahre. In Zeiten wie diesen, wo eine Wirtschafts- und Energiekrise droht und wo in Europa ein verheerender Krieg tobt, ist die Stimmung auf Seiten der Käufer und der Verkäufer nicht auf Hochtouren.

Vielleicht hatte die TEFAF diesmal auch nicht so viele kunsthistorische Sensationen und Entdeckungen vorzuweisen. Aber mit gutem Gewissen kann man sagen, dass sie das Beste zeigt, was derzeit im Kunsthandel verfügbar ist. Die Galerie Dickinson vollführt schon seit Jahren den Spagat zwischen Old und New Master. Neben einer von einer breiten Straße durchschnittenen und von höfischem Treiben illustrierten frühklassizistischen Landschaft Giovanni Paolo Paninis zum Preis von 1,4 Millionen Euro präsentierte der Londoner Händler eine beidseitig bemalte Leinwand von Giorgio de Chirico für rund 12 Millionen Euro. Die Hauptseite des Doppelwerkes behandelt das 1924 gemalte Thema des Verlorenen Sohnes.

Schon lange nicht mehr unterbewertet sind die Gemälde der Römerin Artemisia Gentileschi. Ihr „Selbstporträt als Cleopatra auf dem Sterbebett“ von 1620 offerierte der Basler Gemäldehändler Jean-François Heim für 7,5 Millionen Euro. Mit zwei Porträts der sächsischen Herrscher Friedrich der Weise und Heinrich der Fromme von Lucas Cranach d.Ä. zog die Kunsthandlung Senger aus Bamberg die Aufmerksamkeit der Sammler und der aus 90 Museen angereisten Kuratoren auf sich. Als Renaissancekünstler und Humanist hatte der Hofmaler aus Wittenberg ein besonderes Interesse an den Gesichtszügen der Dargestellten. Eine Überraschung aber ist die kleine Tafel des Herzogs Heinrich in Ritterrüstung. Das Gemälde war bis 2019 der Forschung unbekannt. Es war wahrscheinlich die Werkstatt-Vorlage für eine größere, repräsentativere Version von 1537, die zur Dresdner Gemäldegalerie gehörte und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Beide Cranach-Werke sind im mittleren sechsstelligen Eurobereich angesiedelt.

Zurückhaltung übten die Aussteller mit historischen Möbeln, weil sich ein Geschmackswandel abzeichnet. Die Zahl der höfischen Möbel von den großen Pariser Ebenisten der Epoche Louis-Seize wie etwa Jean-Henri Riesener oder Jean-François Oeben war überschaubar. Der Grund ist einfach: sie sind keine Umsatzgaranten mehr. An diese Stelle rücken mehr und mehr ausgefallene, künstlerisch ambitionierte Entwürfe aus dem späten 19. Jahrhundert. Wie ein Schaustück inszenierte Adrian Alan aus London einen asiatisch anmutenden Bronzetisch von 1870 mit einer Cloisonné-Platte. Hergestellt hat das exzentrische Möbel die Pariser Gießerei Ferdinand Barbedienne, der Entwurf stammt von Edouard Lièvre, Frankreichs begehrtestem Designer des Japonismus. Direkt gegenüber konterte Oscar Graf aus London und Paris mit der englischen Variante dieses Stils. Das schwarz lackierte Tischchen ist dem Architekten Edward William Godwin, dem Urvater des englischen Japonismus, zugeschrieben. Der Preis bleibt ein Geheimnis, denn auch diese Arbeit war schon reserviert.

Dass sich bereits in den ersten Tagen am Stand der Kunstkammer Georg Laue aus München ein europäisches Museum für die manieristische Fratzenkanne mit maskenhaften Fantasiegesichtern aus dem Jahr 1608 interessierte, ist verständlich. Das außergewöhnliche elfenbeinerne Kunstkammerstück ist eine der raren Arbeiten von Nikolaus Pfaff, einem Künstler am Hofe Kaiser Rudolf II. in Prag. Pfaffs Name tauchte erstmals vor vierzig Jahren wieder auf, als Inventare in Prag ihn ans Tageslicht brachten. Der Künstler zeigt auf seine Art provokatives Selbstbewusstsein: Der Henkel endet in einem gespreizten blanken Hintern. Laut Pressemitteilung soll die Königin der Messen im nächsten Jahr wieder im traditionellen TEFAF-Monat März ihren Auftritt haben.

Kontakt:

The European Fine Art Foundation

Broekwal 64

NL-5268 HD Helvoirt

Telefon:+31 (0411) 64 50 90

Telefax:+31 (0411) 64 50 91



04.07.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sabine Spindler

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Nikolaus Pfaff, Fratzenkanne, um 1608
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am Stand der Galerie Marcilhac
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am Stand der Galerie Karsten Greve
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Edouard Lièvre, Bronzetisch mit einer Cloisonné-Platte,
 1870
Edouard Lièvre, Bronzetisch mit einer Cloisonné-Platte, 1870

Variabilder:

Edward William Godwin, Beistelltisch, um 1877
Edward William Godwin, Beistelltisch, um 1877







am Stand der Galerie Karsten Greve

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Artemisia Gentileschi, Selbstportrait als Kleopatra, um 1620

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am Stand der Galerie Marcilhac

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Edward William Godwin, Beistelltisch, um 1877

Edward William Godwin, Beistelltisch, um 1877

Lucas Cranach d.Ä., Heinrich der Fromme, um 1534/37

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auf der TEFAF 2022 in Maastricht

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Nikolaus Pfaff, Fratzenkanne, um 1608

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Edouard Lièvre, Bronzetisch mit einer Cloisonné-Platte, 1870

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