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Journal

Die Stadt Luxemburg und Esch-sur-Alzette sind die beiden größten Orte des Großherzogtums Luxemburg. Das im Ausland noch weitgehend unbekannte Esch ist in diesem Jahr europäische Kulturhauptstadt und kann der Kapitale in mancherlei Hinsicht die Stirn bieten

Aufbruch im alten Stahlrevier – Teil II



Guillaume Bijl, Le Magicien, 2015

Guillaume Bijl, Le Magicien, 2015

Wer die Stadt Esch besser kennenlernen möchte, der kann das am besten auf dem Skulpturenparcours „Nothing Is Permanent“ tun, den der Luxemburger Galerist Alex Reding kuratiert hat. Schon der Titel, der einem Gemälde des vor 20 Jahren bei einem Flugzeugabsturz im Alter von 35 Jahren tödlich verunglückten Luxemburger Künstlers Michel Majerus entnommen ist, legt es nahe: Nichts hält für immer, der Zahn der Zeit schreitet unablässig voran und stellt so manche Gewissheit in Frage. Dennoch ist Alex Reding darum bemüht, dass einige der 23 Skulpturen, die teils auf Industriebrachen, teils vor wichtigen Gebäuden des Stadt Esch aufgestellt worden sind, angekauft werden und dann womöglich dauerhaft in der Stadt bleiben. Insofern ist der Titel der Schau auch durchaus etwas kokett gewählt.


Dauerhaft bleiben könnte vielleicht auch der geflügelte Mann in schwarzer Hose und weißem Hemd von Stephan Balkenhol mit dem Titel „Engelmann“ von 2021, der vor dem Nebeneingang des Musée National de la Résistance aufgestellt wurde. Direkt vor der Konschthal Esch steht die „Modified Social Bench # 14“ von Jeppe Hein aus dem Jahr 2012, ein absurdes, nicht auf konventionelle Art benutzbares Exemplar aus seiner Serie meist weißer Parkbänke, die er weltweit im öffentlichen Raum platziert.

Im Rahmen der Kulturhauptstadtprojekte ist auch das 1960 errichtete, ehemalige Kino „Ariston“ komplett restauriert worden. Im eleganten Bar-Bereich hat der österreichische Künstler Christoph Meier an einer Spiegelwand Neonschriftarbeiten installiert, die sich auf die Lautmalerei in Comics der 1950er und 1960er Jahre beziehen. Seine Werkgruppe trägt den an die Comicsprache angelehnten Titel „Eeesch!“. Katinka Bock hingegen hat den Giebel einer ehemaligen Industriehalle mit zwei uhrzeigerähnlichen Stangen markiert. Der schweizerische Bildhauer Valentin Carron wiederum platzierte eine wie ein überdimensionales Knetgummimännchen wirkende, blaue Figur mit einem Hund auf dem Arm am Eingang zu einem Friedhof. Zwei große säulenartige Gebilde aus der Werkreihe „Points of View“ von Tony Cragg stehen vor dem Hôtel de Ville.

Der für seine schelmenhaften Installationen bekannte Belgier Guillaume Bijl hat sich den Platz vor dem im eleganten Stil des Art Déco errichteten Städtischen Hallenbad ausgesucht, um dort einen Zauberer aufzustellen, der den klassischen Trick mit der schwebenden Jungfrau vorführt. Neben einem Spielplatz dann machen als klassisches Beispiel einer „Drop Sculpture“ drei zusammengeknüllte Zeitungsseiten in Bronze des chinesischen Künstlers Wang Du auf die Medienhoheit aufmerksam. Und auf einer Brache unweit eines ehemaligen Stahlwerks nagt die Skulptur „Rabbiator (Hellboy Gaultier)“ des Balkenhol-Schülers Stefan Rinck von 2021 an einem menschlichen Schädel und gibt bei aller Verspieltheit allerdings auch etwas Diabolisches preis. Vielleicht eine kritische Anspielung auf den allzu stark ausgeprägten Entrepreneur-Geist in Luxemburg? Auf der Brache sollen demnächst Tausende von neuen Wohnungen entstehen.

Alex Reding ist der wichtigste Galerist in Luxemburg. Er betreibt seine Galerie Nosbaum Reding am zentralen Fischmarkt mitten im Zentrum der Stadt Luxemburg. Bereits im Jahr 2001 gründete er zusammen mit Véronique Nosbaum eine junge Galerie, die unter dem naheliegenden Namen „Alimentation Génerale“ in den Räumen eines ehemaligen Lebensmittelgeschäfts residierte. Mittlerweile hat die Galerie auch eine Filiale in Brüssel. An Alex Reding kommt keiner vorbei, der in Luxemburg etwas mit Kunst zu tun hat. Er ist auch der Gründer und Motor der seit 2005 bestehenden Kunstmesse „Luxembourg Art Week“ mit zahlreichen über die Stadt verteilten Side Events.

In den eleganten Räumen seiner Galerie sind derzeit unter dem Titel „Transparente Verdichtung“ Aquarelle und Skulpturen des 86jährigen Kölner Künstlers Joachim Bandau zu sehen. Eine Wiederentdeckung: Der konzeptuell arbeitende Bandau, bekannt für seine zeitaufwändig aus unzähligen, sich überlagernden Farbschichten produzierten, minimalistischen Aquarelle, wird auch auf der nächsten Lyon Biennale vertreten sein.

Nebenan befindet sich der Projektraum der Galerie, den Charles Wennig und Laurent Daubach mit aufblasbaren, schwarzen Hüpfburgelementen entlang der Wände bespielen. Unter dem Titel „Blow-up History“ platziert das Künstlerduo seine schwarzen luftgefüllten Gummiformen seit Jahren regelmäßig in ehemaligen Kirchen und an anderen markanten Orten. Mit ihren Arbeiten rufen sie im Laufe der Geschichte verlorengegangene, oft nur noch mündlich überlieferte oder für die Öffentlichkeit unsichtbar gewordene Räume, Architekturen oder Begebenheiten kurzzeitig wieder in Erinnerung und schärfen so die Aufmerksamkeit der Betrachter*innen für die geschichtliche Aufladung des jeweiligen Ortes. Gleichzeitig verfügen die Arbeiten aber auch über eine spielerisch-ironische Komponente. Fakt oder Fiktion? So ganz sicher sein kann man sich bei den Projekten des Duos Wennig & Daubach nicht.

www.esch2022.lu
www.nothingispermanent.lu
www.nosbaumreding.com



11.08.2022

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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